Facebook-Ads in Zeiten der Corona-Krise?

Was haben ein Essener Taxi-Unternehmen, ein charmanter „Unverpackt“-Laden und ein Anbieter von Nachhilfeunterricht für Schüler gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel, auf den zweiten Blick durch die Brille der Corona-Krise eine ganze Menge. So hilft Facebook in Zeiten der Pandemie.

Ein kurzer Blick auf die aktuelle Situation zeigt: Der lokale Handel liegt lahm, die produzierende Industrie befindet sich vielerorts ebenso in der Warteschleife, laut offiziellen Zahlen haben fast eine halbe Millionen Unternehmen bereits Kurzarbeit beantragt, da ihre Betriebe unmittelbar von den wirtschaftlichen Konsequenzen der Krise betroffen sind.

Es ist kein rosiges Bild, was die Pandemie in der deutschen Wirtschaft zeichnet, aber es ist ebenso kein Grund, um sämtliche unternehmerischen Prozesse auf null zu fahren. Digitale Vertriebskanäle und kreative, situationsbedingte Lösungen haben das Potenzial, Umsatzeinbußen abzufedern. Insbesondere Facebook gehört zu den wichtigsten Werbeplattformen und eignet sich längst nicht nur für den Austausch lustiger Memes.

Facebook in der Krise: Wie soll das gehen? Und warum?

Laufende Kampagnen können natürlich pausiert werden – für eine Zeit „danach“. Wann dieser Zeitpunkt jedoch erreicht wird, ist derzeit völlig unklar. Aktuell schwirrt der 20. April als Termin für erste Lockerungen durch den öffentlichen Dialog, doch auch das ist noch kein festgezurrtes Datum und bleibt abzuwarten.
Sollten Unternehmer, die im Social Web werben, also wirklich auf den Tag X warten? Nein – das glauben wir bei Sutter LOCAL MEDIA und empfehlen daher zunächst die situative Prüfung laufender Kampagnen im Hinblick auf die folgenden Fragen:

  • Werden Themen wie Veranstaltungen, Reisen, Freizeitangebote beworben?
  • Handelt es sich um Angebote, die aktuell keine Gültigkeit mehr haben?
  • Geht es um Stellenangebote, die sich im Zuge der Krise erübrigt haben?
  • Bewerben Sie extrem hochpreisige Güter, die derzeit vielleicht nicht zu den Bedürfnissen der Verbraucher passen?
  • Werden Bedürfnisse beworben, die in den Bereichen Selbstverwirklichung/Individualität liegen und aktuell nicht mehr umsetzbar sind?

Die Studie „Marketing During and After Recession“ aus dem Jahr 2015, durchgeführt vom Department of Marketing, University of Benin zeigte, dass es gerade in Krisenzeiten sinnvoll sein kann, das eigene Marketing sogar zu intensivieren.

Dem liegt ein wirtschaftlicher Darwinismus zugrunde: Unternehmer, die sich gerade jetzt behaupten, können sich wesentliche Marktanteile sichern, indem sie – ganz einfach – die Untätigkeit der Konkurrenz nutzen. Social Ads und eine reflektierte Umsetzung von Kampagnen können an genau dieser Stelle ansetzen – manche stellen ihren Betrieb ein, manche verzichten auf digitale Präsenz sowie Kommunikation mit ihren Kunden und wieder andere nutzen genau die Ressourcen, die sie jetzt noch haben, gewinnbringend aus.

Facebook-Werbung: How to?

Ein erster Schritt ist die Evaluierung von Alternativen auf Basis der folgenden Fragen:

  • Welche Möglichkeiten bieten sich mir und meinem Unternehmen jetzt?
    • Dazu gehören Lieferdienste
    • Take-Away-Konzepte
    • Online-Informationsangebote
    • Online-Seminar
    • sowie Kurse, Terminbuchungs-Optionen, Web-Shops
  • Welche Services, Produkte, Leistungen kann ich weiterhin digital bewerben und anbieten?
  • Wie kann eine charmante Werbung, ohne aggressive Kauf-Aufforderung, für mich aussehen?

Wichtig ist, dass Sie Werbung in den sozialen Medien während der Krise keine „Kauf-jetzt-sofort“-Methode darstellt. Kleine, lokale und mittelständische Unternehmer sollten unbedingt empathisch, solidarisch, freundlich mit ihren Kunden umgehen.
Einfühlungsvermögen ist essenziell.

Sie führen beispielsweise ein kleines Reisebüro und haben keine Chance in der aktuellen Lage für Ziele und Angebote zu werben? Dann betreiben Sie Marken-Bildung – informieren Sie Ihre Kunden über Ziele in den Wintermonaten oder bieten Sie Hilfe an beim Umbuchen geplanter Reisen, zeigen Sie Ihre persönliche Expertise, werden Sie zum „Local Hero“.
Wichtig ist: Vergessen Sie nicht die Lage Ihrer Kunden.

All das, was jetzt hilft, unterstützt, den Menschen zu Hause ein gutes Gefühl gibt und Online abbildbar ist, kann und sollte auch beworben werden. Einige unserer Kunden haben genau das vorgemacht – ein Essener Taxi-Unternehmen bietet seinen Kunden beispielsweise per Facebook-Kampagne einen lokalen Einkaufsdienst an, Ein Nachhilfe-Unternehmen ermöglicht Schülern den Online-Zugang zu seinen Kursen, ein Unverpackt-Laden hat den Hype um Trockenhefe strategisch und In-Time genutzt – Über 100 Kunden kamen für die Hefe vorbei! Natürlich mit entsprechendem Sicherheitsabstand in der Warteschlange.

Das raten unsere Experten

„Durch die sozialen Netzwerke ist momentan ein wichtiger Gemeinschaftssinn spürbar, stärker denn je. Nachbarschaftsnetzwerke wachsen wie Pilze aus dem Boden, es gibt Gruppen, in denen sich die Nutzer gegenseitige Unterstützung anbieten. Lokale Unternehmer werden bewusst und gezielt stärker unterstützt – das ist regionaler Zusammenhalt in der Krise. KMU können genau hier ansetzen, ihre krisenbedingten Lösungen platzieren und ihre Kampagnen situativ steuern.

Stefan Bensberg

Einerseits bietet das einen stabilen Draht zu Bestandskunden, eröffnet andererseits aber auch ganz neue und vielleicht sogar unentdeckte Handlungsfelder. Wir unterstützen unsere Kunden dabei, entwickeln mit ihnen Lösungen und individuelle Konzepte. So können Umsatzeinbußen sogar minimiert werden, wie unsere Kunden-Erlebnisse verdeutlichen“, erklärt Social-Media-Experte bei Sutter LOCAL MEDIA, Stefan Bensberg. In den kommenden Blog-Posts präsentieren wir Ihnen die Geschichten unserer Kunden noch ausführlicher – freuen Sie sich auf innovative Ideen und Storys, die Mut machen.

Falls Sie außerdem Hilfe brauchen in der aktuellen Lage, wenden Sie sich gerne an uns. Wir unterstützen Sie und beraten Sie ganz individuell.

 

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